Asthanga Yoga

Ashtanga ist ein kraftvolles Yoga, das Körpergefühl, Kondition und aufgrund der Ujjayi Atmung das Lungenvolumen steigert. Nicht zuletzt ist das ein Grund, warum dieser Yogastil  im Westen so populär wurde.

Während in vielen Yogarichtungen Ruhe, Entspannung, sanfte Dehnung und Entschleunigung im Vordergrund stehen, so ist Ashtanga Yoga eher fordernd und schweisstreibend.

Für mich ist der sportliche Aspekt des Ashtanga Yoga entscheidend. Die schnellen und fliessenden Bewegungen sprechen mich an und auch meine Schüler kommen aus eben diesem Grund zu mir.

Doch ist Ashtanga mehr als nur körperliche Fitness.

Die meisten Körperübungen stimmen mit bspw. Hatha- Sivananda- oder Vinyasayoga überein; Ashtanga hat dagegen eine strikte Reihenfolge.

Die spezielle Atmung (Ujjayi), der Einsatz von Körperverschlüssen/Muskelkontraktionen (Bandhas), eine Art Zwischenbewegung (Vinyasa) und der fokussierte Blickpunkt (Drishti) sind bezeichnend für Ashtanga. Die meisten Asanas werden 5 Atemzüge gehalten.

Die Atmung,  die Bandhas und die Vinyasas erzeugen Hitze und der Körper wird entgiftet. Ausserdem stimulieren die Vorbeugen die Bauchorgane und halten sie gesund.

Durch die Konzentration auf die Ujjayi Atmung während den Asanas kann man wunderbar Meditation in Bewegung erfahren.

 

Ujjayi Atmung

Die Ujjayi Atmung, auch die siegreiche Atmung genannt, wird während der gesamten Yoga Serie praktiziert.

Einfach erklärt funktioniert die Atmung wie das Anhauchen eines Spiegels. Dieses Gefühl, das dabei im Hals entsteht, gilt es beim Ein-und Ausatmen mit geschlossenem Mund beizubehalten. Der Luftstrom  in der Luftröhre wird verengt und kann so exakt gesteuert werden.

Durch die Wärme, die bei dieser Atmung entsteht, ist ein tieferes Eintauchen/Dehnen in die gewünschte Position möglich. Der Unterschied ohne Ujjayiatmung ist praktisch direkt spürbar.

Oftmals dauert es eine Weile sich mit der Atmung vertraut zu machen, vor allem, wenn man sich noch sehr auf die Reihenfolge und die richtige Ausführung der Haltungen konzentrieren muss.

Auch ich habe zuerst die Stellungen erlernt und mich danach auf Ujjayi konzentriert – heute atme ich ab Beginn meiner Praxis automatisch in der „siegreichen“ Atmung.

 

Vinyasa

Vinyasa im Asthanga Yoga ist eine Bewegungsabfolge zwischen den verschiedenen Asanas. Diese verbindet die verschiedenen Haltungen miteinander und macht die Yogapraxis flüssig. Durch Vinyasa wird die Wirbelsäule wieder ausgerichtet und ausserdem die Hitze im Körper erhalten.

Bis auf wenige Ausnahmen wird nach fast jeder Haltung eine Vinyasa Abfolge furchgeführt.

Diese Bewegungen sind an den ersten Sonnengruss angelehnt – aus dem Sitzen werden die Beine überkreuzt, es folgt ein Sprung nach hinten in Chaturanga (Liegestütz), darauf Urdhva Mukha Svanasana (nach oben schauender Hund) und schliesslich Adho Mukha Svanasana (nach unten schauender Hund). Anschliessend springt man durch die gestreckten Arme hindurch, um mit ausgestreckten Beinen am Boden sitzend zu landen.

 

 

 

 

Atemübungen

Atemübung Anuloma Veloma/Wechselatmung/Nadi Shodana

dieses Pranayama wirkt sich positiv auf emotionale Spannungen aus, hilft gegen Schlafstörungen und Nervosität

setze Dich dazu aufrecht und stabil (auch auf einen Stuhl, wenn gewünscht) hin

atme 2 – 3 mal tief ein und aus

beuge Deine Finger zu Vishnu Mudra (Zeige- und Mittelfinger ruhen in der Handfläche, Ring- und kleiner Finger, sowie Daumen sind gestreckt)

  • nun verschliesse Dein rechtes Nasenloch mit dem Daumen und atme über das linke Nasenloch ein
  • halte kurz, dazu das linke Nasenloch mit Ring- und kleinem Finger verschliessen
  • und atme dann über das rechte Nasenloch aus
  • atme nun über das rechte Nasenloch ein, halte kurz (rechts mit Daumen schliessen) und über das linke aus
  • atme so einige Durchgänge und am Ende über das linke Nasenloch ein und über beide aus

Um ein evtl. Drehen oder auf die Brust beugen des Kopfes auszuschliessen, Armschmerzen zu vermeiden, gibt es Anuloma Viloma auch mit den Händen auf den Knien

  • atme links ein, auch der Kopf dreht nach links, Handfläche zeigt nach unten auf den Knien
  • verschliesse kurz, dazu beide Hände zur Faust
  • und atme rechts aus, Kopf dreht nach rechts und Handfläche zeigt nach oben
  • nun rechts ein, Handfläche nach unten
  • verschliessen, beide Hände zur Faust
  • und links aus, Handfläche nach oben
  • atme so einige Durchgänge und am Ende über das linke Nasenloch ein (Handfläche nach unten) und über beide Nasenlöcher aus (beide Handflächen zeigen nach oben)

Kapalabhati

(gehört eigentlich nicht zu Atemübungen sondern ist eine Reinigungsübung der Luftröhre)

atme 2 – 3 mal tief ein und aus

atme ein (Bauch geht hinaus) und stosse durch die Nase die Luft aus (Bauch geht hinein)

die Einatmung funktioniert von selbst, das Ausstossen der Luft wird bewusst forsiert

atme so einige Durchgänge und danach wieder einige Atemzüge normal weiter